Die Kläglichkeit der Weltmarkttheorien

Eine Kritik nicht nur am Beitrag von Klaus Busch

  • Elmar Altvater
Schlagworte: Weltmarkt, Kapitalismus, Nationalstaat, Wechselkurse, Weltsystemtheorie

Abstract

Das Sein bestimmt das Bewußtsein? Sehr wohl, führt man sich den Zustand der Theorien über den Weltmarkt in dessen tiefster Krise nach 1945 vor Augen. Die Ansätze, die die 60er und 70er Jahre beherrschten, also die Dependenztheorie, die Dissoziationstheorie oder die Lehre von der modifizierten Wirkungsweise des Wertgesetzes auf dem Weltmarkt haben sich allesamt vor der Macht der Krisenereignisse zurückgezogen und das Feld wieder den Außenhandelstheoretikern, den Währungsexperten oder Interdependenzanalytikern überlassen, die aber auch nicht so recht wissen, wie theoretisch mit den Phänomenen umzugehen sei, die so gar nicht ins Bild der »reinen Theorie« passen, schlimmer noch: eigentlich gar nicht sein dürften: die Verschuldungskrise der Dritten We!t, der starke Dollar-Kurs bei riesigen Außenhandelsdefiziten der USA, erratische Schwankungen der Wechselkurse auf den Devisenmärkten etc. Was aber bleibt in einer solchermaßen verfahrenen Situation? Ein Rekurs der Theorie auf scheinbar sicheres Terrain: Die Analyse nicht mehr des allgewaltigen Weltmarktzusammenhangs, sondern von »Einzelfällen«, die der allgemeinen Weltmarkttheorie bislang Nüsse waren, die sie kaum knacken konnte: die ostasiatischen Schwellenländer zum Beispiel, die - wie Menzel in seinem Aufsatz in diesem Heft der PROKLA unterstreicht - den Dependenzansatz zum Knirschen bringen.

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Veröffentlicht
1985-06-01
Zitationsvorschlag
Altvater, E. (1985). Die Kläglichkeit der Weltmarkttheorien. PROKLA. Zeitschrift für Kritische Sozialwissenschaft, 15(59), 122-130. https://doi.org/10.32387/prokla.v15i59.1414

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